Weihnachten 2022: Ein Kommentar von Egon Saurer

Liebe Leserin!
Lieber Leser!

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

Ich habe mir in den letzten Tagen immer wieder Gedanken gemacht, was ich wohl heuer aus Anlass des Weihnachtsfestes zu Papier bringen werde, um einen Kommentar für diese Seiten zu schreiben. Und es sollte und wollte mir nicht gelingen. Eine Spurensuche, zunächst mit einem Spaziergang durch das winterlich verschneite Hochtal „Wildschönau“ oberhalb von Wörgl, sollte mir eigentlich Inspiration sein, aber es wollte einfach nicht gelingen. Und so legte ich immer wieder die paar Zeilen, die ich zu Papier gebracht habe zur Seite, bis es mir dann doch gelingen sollte, ein Stichwort zu finden, um einen Kommentar zu schreiben. Und so bin ich bei der Dankbarkeit gelandet: Die Dankbarkeit in unserer Zeit des Überflusses und des Anspruchsdenkens schlägt nicht die Pauke, sondern spielt die zarten Seiten der Harfe. Es ist also die Dankbarkeit, die ich heute vor dem Vorhang auf die Bühne heben möchte: Zunächst ist es die Dankbarkeit an alle Menschen, die sich in unserem Land ehrenamtlich für soziale Belange einsetzen. Das sind die vielen freundlichen Lichter des Helfens, Schenkens und Betreuens.

Der junge Mann, der mit dem Rotkreuzwagen unterwegs ist, und die Schülerin, die den Sonntagsdienst im Krankenhaus macht. Die Jungscharführer, die sich um viele tausende Kinder mühen, und die Pfadfinder, die Behinderte an ihr Lagerfeuer holen. Die Sternsinger, die bei Nässe und Kälte für andere unterwegs sind, und die Betreuer der Altenstuben die auch keine Überstunden verrechnen. Die Hauskrankenschwester, die ihre Runde treppauf, treppab macht, und die fleißigen Hände, die sich für die vielen Basare rühren. Es gibt hierzulande ungenannt eine wollende Großmut, von der nur wenige wissen, und die da und dort ein Helfen ermöglichen, für das sonst keine Mittel vorhanden wären. Und es gibt eine redliche Offenheit von Verantwortungsträgern, Gutes zu tun und Positives zu unterstützen. Der Schwerkranke der mit seiner Lage zurechtkommt und nach dessen Besuch man sich betroffen fragt, wer nun eigentlich wen getröstet hat.

Die frohe – aber leise Botschaft von Weihnachten, die sich auf meine eingangs zitierte Dankbarkeit bezieht, ist einfach nicht auszumerzen, obwohl gerade dieses Fest geschichtlich immer wieder von den „apokalyptischen Reitern des Bösen“ bis in unsere Gegenwart bedroht wurde und wird. Und diese Dankbarkeit, dieser strahlende Strom hat seinen geheimnisvollen Ursprung in jener Nacht von Bethlehem, in der das Kind geboren wurde, das von sich sagen konnte: Ich bin das Licht der Welt.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest in vertrauter Umgebung und einen Lichtstrahl der Dankbarkeit!