Studie: 86 Prozent weniger Infektionen nach dritter mRNA-Impfung

Eine erste israelische Studie belegt die große Wirksamkeit der Impfung nach dem dritten Stich. Überstandene Infektion soll nicht vor Omikron schützen

Die Maccabi-Krankenversicherung mit rund 2,5 Millionen Versorgten analysierte Daten vor allem aus dem Zeitraum vom 1. August und 4. Oktober. @ANÖ/Archiv

(APA). Der dritte Stich mit einem Covid-19-Vakzin schließt die Grundimmunisierung ab und boostet vor allem den Schutz vor Infektion. Damit hat sich Israel aus seiner vierten Welle im August und September regelrecht herausgeimpft. Eine ähnliche Wirkung erwarten Experten auch für Österreich. Doch wie gut schützt die Impfung wirklich? Eine neue israelische Studie liefert jetzt erstmals Daten über einen längeren Zeitraum und zeigt den großen Effekt auf Sars-CoV-2-Infektionen nach einer dritten Teilimpfung mit der Biontech/Pfizer-Vakzine. Die Häufigkeit einer Infektion geht um 86 Prozent zurück. Der Schutz vor schwerer Erkrankung bleibt weiterhin hoch.

Bei den symptomatischen Covid-19-Infektionen lag die Wirksamkeit der mRNA-Vakzine laut der großen Wirksamkeitsstudie, die zur Zulassung durch die Arzneimittelbehörden FDA (USA) und EMA (EU) führten, bei 95 Prozent. Allerdings, so Tal Patalon (Maccabi Healthcare Services Tel Aviv) in der“ Zeitschrift der amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA)“: „Bereits durchgeführte Studien haben belegt, dass die Schutzwirkung durch die Impfung gegen Sars-CoV-2 mit der Zeit nachlässt.“

Die Antwort darauf ist die dritte Teilimpfung, die in Österreich bereits breit propagiert wird. In Israel ist man mittlerweile bereits seit einiger Zeit in der Lage, die Effekte bezüglich der dort vor allem verwendeten Biontech/Pfizer-Vakzine zu untersuchen. Die Maccabi-Krankenversicherung mit rund 2,5 Millionen Versorgten analysierte Daten vor allem aus dem Zeitraum vom 1. August und 4. Oktober.

Untersucht wurden die Daten nach 500.232 PCR-Tests auf Sars-CoV-2 bei 227.380 Personen, welche zwei Teilimpfungen erhalten hatten, und bei 272.852 Menschen mit Drittimpfung. Unter den Personen mit Zweifach-Impfung kam es zu 14.989 Sars-CoV-2-Infektionen (6,6 Prozent). In der Gruppe der Menschen mit Drittimpfung war das nur bei 4.941 Betroffenen der Fall (1,8 Prozent).

„Vergleicht man jene Personen, die einen ‚Booster‘ bekommen hatten, mit jenen mit zwei Teilimpfungen, reduzierte sich die Häufigkeit (eines positiven Sars-CoV-2-Tests; Anm.) auf den Faktor 0,14 (minus 86 Prozent; Anm.) für den Zeitraum von 28 bis 65 Tagen nach der Drittimpfung“, schrieben die Fachleute.

Impfung als bester Schutz

Die Omikron-Variante breitet sich inzwischen weiter aus, ein erster Fall wurde auch aus den USA gemeldet, in San Francisco. Ob die Mutation eine sogenannte Immune Escape-Variante ist, also den Impfschutz besser umgehen kann, ist noch nicht klar. Eine überstandene Corona-Infektion schützt jedenfalls nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht vor einer Infektion. „Wir denken, dass eine vorherige Infektion nicht gegen Omikron schützt“, sagte die Infektiologin Anne von Gottberg von Südafrikas Nationalem Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz des WHO-Regionalbüros Afrika.

Die Frage werde weiter erforscht, sagte die Wissenschafterin. Erste Beobachtungen sprächen aber dafür, dass schon einmal Infizierte durch Omikron erneut an Covid-19 erkranken könnten. Dann fielen die Symptome aber offenbar oft weniger schwer aus. Die vorhandenen Corona-Impfstoffe dürften laut von Gottberg weiter gegen schwere Erkrankungen schützen. Erste Berichte von Erkrankten über Symptome gibt es bereits. Sie leiden unter Müdigkeit und Gliederschmerzen, aber nicht am typischen Geschmacks- und Geruchsverlust, berichtete Angélique Coetzee, die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, der BBC.