Organspende: Warum Spanien Weltmeister ist

Gemessen an der Zahl der weltweiten Organspenderinnen und Organspender, die jährlich von der Organización Nacional de Trasplantes (ONT) und dem Europarat erfasst werden, ist Spanien seit vielen Jahren führend. Im Jahr 2019 kamen dort auf eine Million Einwohner 49,6 Organspendender. In Deutschland waren es im selben Jahr 11,3 Spender pro Million Einwohner.

In den Debatten um die Erhöhung von Spenderzahlen wird daher häufig auf das spanische Transplantationssystem verwiesen. Dies zeichnet sich zum einen durch die sogenannte Widerspruchslösung aus, wonach jede Bürgerin und jeder Bürger als Organspender gilt, so lange er diesem nicht ausdrücklich widerspricht. Zum anderen hat Spanien mit der Gründung der Organización Nacional des Trasplantes sein Transplantationswesen zentralisiert und verstaatlicht.

Die ONT untersteht dem Gesundheitsministerium und ist für die Spendererkennung, Spenderbehandlung, Gesprächsführung mit den Angehörigen und der Organisation aller für die Organspende relevanten Abläufe zuständig. In Spanien führt man die hohe Zahl der Organspenden insbesondere auf den Einsatz hauptamtlicher Transplantationskoordinatoren zurück. Dies sind speziell geschulte Intensivmedizinerinnen und Intensivmediziner, die die Aufgabe haben, potenzielle Spenderinnen und Spender ausfindig zu machen und Gespräche mit den Angehörigen zu führen. Der 2011 verabschiedete Aktionsplan des Europäischen Parlaments fordert zum europaweiten Einsatz von Transplantationsbeauftragten in Kliniken auf.

>>>Bericht im SWR 2