Lagebericht des Österreichischen Apothekerverbandes zur Corona-Krise

Auf Rekordansturm in der ersten Woche folgte stark rückläufige Kundenfrequenz
Arzneimittel-Zustell-Service gut etabliert ,Vereinfachte Rezept-Abwicklung per E-Mail und Fax problemlos – Aufholbedarf bei E-Rezept
Neue Sicherheitsmaßnahmen werden von Kunden und Personal gut angenommen

(ANÖ/ots). Die Corona-Krise stellt Österreich und seine Bevölkerung vor große Herausforderungen. Auch in Woche zwei der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen stellten die Apothekerinnen und Apotheker die flächendeckende und verlässliche Versorgung mit Arzneimitteln der Bevölkerung in ganz Österreich sicher. Der Präsident des Österreichischen Apothekerverbands Mag. Jürgen Rehak zieht als Vertreter der selbständigen Apothekerinnen und Apotheker des Landes Bilanz über eine sich permanent verändernde Situation rund um Nachfrage nach Arzneimitteln, Herausforderungen in der Organisation der Teams und Minimieren des Infektionsrisikos.

1. Auf Rekordansturm in der ersten Woche folgte stark rückläufige Kundenfrequenz

Die Apotheken Österreichs sind aktuell mit extrem stark schwankenden Kundenzahlen konfrontiert. Während in den ersten Tagen der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen nahezu die doppelte Anzahl an täglichen Kunden bewältigt werden musste, sank die Frequenz der Apothekenbesuche in weiterer Folge drastisch. Diese starken Schwankungen stellen die Apotheken in punkto Personalplanung und Wirtschaftlichkeit vor große Herausforderungen. Besonders betroffen sind dabei Apotheken in Einkaufszentren. So ist zu erwarten, dass auch einzelne Apotheken das Kurzarbeitsmodell der Regierung in Anspruch nehmen müssen, um die Arbeitsplätze zu sichern, was sich aber NICHT auf die Öffnungszeiten der Apotheken auswirken wird. Die verlässliche niederschwellige Arzneimittelversorgung wird daher zu keinem Zeitpunkt gefährdet sein.

2. Arzneimittel-Zustell-Service gut etabliert – Apothekerverband unterstützt seine Mitglieder

Damit die Arzneimittelversorgung auch für Personen aufrecht bleibt, die keine Möglichkeit haben, in die Apotheke zu kommen, hat der Apothekerverband ein Unterstützungsangebot für Hauszustellungen entwickelt. An vielen Orten übernehmen Gemeinden und soziale Organisationen die Zustellung von dringend benötigten Arzneimitteln und greifen den Apotheken damit unter die Arme. Dabei wird auch eine Zusammenarbeit mit Team Österreich etabliert. Wo das nicht möglich ist oder kostenpflichtige externe Dienstleister in Anspruch genommen werden müssen, unterstützt der Apothekerverband seine Mitglieder finanziell und leistet so einen weiteren wichtigen Beitrag für die verlässliche Versorgung der Bevölkerung mit notwendigen Arzneimitteln.

3. Vereinfachte Rezept-Abwicklung per E-Mail und Fax problemlos – Aufholbedarf bei E-Rezept

Um sich nicht einem Infektionsrisiko auszusetzen, ist es für die Ausstellung von Rezepten ausreichend, in der Hausarztordination anzurufen und zu bitten, das Rezept mittels E-Mail oder Fax an die von der Patientin oder dem Patienten gewählte Apotheke zu schicken. Diese unbürokratische Versorgung der Bevölkerung mit rezeptpflichtigen Medikamenten per E-Mail oder Fax funktioniert aus Sicht der Apothekerinnen und Apotheker problemlos und einwandfrei. Etwas anders stellt sich die Sachlage beim sogenannten E-Rezept dar. Hier gibt es noch erhebliche Anlaufschwierigkeiten, die den Apotheken enorme Zusatzleistungen und Rechercheaufgaben abverlangen. Nach der Corona-Krise gilt es, die in diesen Wochen gesammelten Erfahrungen zu verwenden, um das System des E-Rezeptes nachhaltig zu optimieren.

4. Neue Sicherheitsmaßnahmen werden von Kunden und Personal gut angenommen

„„Die Apotheken haben mittlerweile flächendeckend die notwenigen Maßnahmen gesetzt, um den weiteren dauerhaften Betrieb sicher zu stellen. Hier liegt der Fokus vor allem auf der Minimierung des Ansteckungsrisikos des Personals. Dazu zählen Schutzvorkehrungen mit Plexiglasscheiben, Zwei-Schicht-Systeme in den Apotheken, Reduktion der Anzahl der Kundinnen und Kunden in den Apothekenräumlichkeiten durch Aushänge, Einbahnregelungen usw. Die Akzeptanz bei Kundinnen und Kunden sowie dem Personal ist groß – auf diese Art und Weise sind die Apotheken auch für die nächsten Tage und Wochen gerüstet““, schließt Verbandspräsident Mag. Jürgen Rehak sein Resümee ab.

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