KV-Verhandlungen – Sozialwirtschaft: Arbeitgeberseite fordert Kompromissbereitschaft von Gewerkschaften

Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden angeboten – Chefverhandler Marschitz:„Beide Seiten müssen aufeinander zugehen“

(Wien/OTS) – Gesprächs- und Kompromissbereitschaft auf Seiten der Gewerkschaften fordert Walter Marschitz, Verhandlungsführer der in der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) organisierten Arbeitgeber, nach der gestern gescheiterten, siebten KV-Verhandlungsrunde. „Wir haben hohes Interesse an einer gemeinsamen Lösung. Unser Angebot liegt auf dem Tisch – mit einer Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden pro Woche“, erläutert Marschitz und appelliert: „Beide Seiten müssen aufeinander zugehen. Das ist das Wesen eines Kompromisses.“ Die Arbeitszeitverkürzung auf 37 Wochenstunden soll schrittweise über 3 Jahre erfolgen, damit die betroffenen Organisationen Zeit haben, die entfallende Arbeitsleistung zu ersetzen. Schon derzeit fehlen Fachkräfte in der Branche, eine Arbeitszeitverkürzung könnte diese Situation verschärfen.

Eine Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden entspricht einer Gehaltssteigerung um 2,7 Prozent im Jahr.

„Wir dürfen die reale Situation in den Pflegeheimen und anderen Einrichtungen nicht aus den Augen verlieren. Schon jetzt fehlt uns dort Personal. Wenn wir die Arbeitszeit verkürzen, verschärft das zunächst den Mangel. Gehen wir zu radikal vor, gefährdet das das System. Wir müssen uns unserer Verantwortung bewusst sein“, erläutert Marschitz. Eine Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden entspricht einer Gehaltssteigerung um 2,7 Prozent im Jahr.