Kärnten: Um- und Zubau KH Spittal – steigener Bedarf an Dialyseplätzen

LHStv.in Prettner: Zum Ausbau der tagesklinischen Leistungen investiert Land Kärnten 11,4 Millionen Euro in das Krankenhaus Spittal/Drau – Baustart Mai 2020, geplante Inbetriebnahme Dezember 2021

Gerald Bruckmann (Med. Direktor), Michaela Wutti (Pflegedirektorin), Andrea Samonigg-Mahrer (Kaufm. Direktorin), LHStv. Beate Prettner, Bgm. Gerhard Pirih, Urheber: Büro LHStv.in Prettner (c) Büro LHStv.in Prettner

Klagenfurt (LPD). „Mit dem Regionalen Strukturplan Gesundheit 2020 haben wir den Kärntner Krankenhäusern ein eigenständiges Profil verpasst, um jeden Standort langfristig abzusichern. Mit dem RSG 2025 werden wir nun Nachschärfungen entsprechend den Entwicklungen der modernen Medizin vornehmen“, erklärte heute, Dienstag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner bei einer Pressekonferenz im KH Spittal. Gerade in den vergangenen Jahren habe sich die Medizin ungemein rasant weiterentwickelt – ob hinsichtlich technischer Geräte oder neuer Therapieformen. „Das bedeutet wiederum für die Gesundheitspolitik, laufend Investitionen zu tätigen, um den Kärntner Patientinnen und Patienten den jeweils letzten Stand der medizinischen Versorgung anbieten zu können“, betonte Prettner. Genau diese Entwicklung der Medizin würde es auch ermöglichen, Eingriffe, für die vor Jahren längere stationäre Aufenthalte notwendig waren, heute ambulant oder tagesklinisch vorzunehmen. „Daher setzen wir auf einen laufenden Ausbau tagesklinischer Strukturen und Leistungen. Für das Krankenhaus Spittal bedeutet das: Wir werden ab Mai einen Zu- und Umbau realisieren, der als Herzstück eine Etablierung einer tagesklinischen Struktur vorsieht“, erklärt Prettner.

Wie die Geschäftsführerin des KH Spittal, Andrea Samonigg-Mahrer, erläuterte, werden die tagesklinische Leistungen in den Bereichen der klassischen Chirurgie, der Unfallchirurgie, der Gynäkologie und HNO umgesetzt. „Schon im Vorjahr wurden in unserem Haus knapp 1.200 tagesklinische Eingriffe durchgeführt“, so Samonigg-Mahrer.

Für das Projekt „Um- und Zubau 2020“ gewährt das Land Kärnten über den Kärntner Gesundheitsfonds eine über mehrere Jahre verteilte Investitionsförderung im Ausmaß von 90 Prozent der Gesamtkosten. „Wir sprechen hier von knapp 12 Millionen Euro“, so Prettner. Das sei aber nur ein Bruchteil dessen, was das Land in den Standort Spittal investiere. „Tatsächlich sind alleine von 2019 bis 2022 Investitionen von in Summe 31,2 Millionen Euro veranschlagt. Dazu kommt die jährliche Pauschalzuwendung von jeweils 12,6 Millionen Euro“, informierte die Gesundheitsreferentin – und verwies darauf, dass „wir damit dafür Sorge tragen, dass das Krankenhaus Spittal/Drau allen Menschen in Oberkärnten gesundheitliche Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau sicherstelle. Und das wird auch in Zukunft garantiert.“

Wie Andrea Samonigg-Mahrer ausführte, werde das Bauvorhaben im laufenden Betrieb umgesetzt. „Für unsere PatientInnen wird es dadurch keine Einschränkungen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung geben. Wir schaffen mit dem Projekt optimale Rahmenbedingungen, um das hohe Qualitätsniveau zu sichern, aber gleichzeitig die Effizienz weiter zu erhöhen. Davon werden die Menschen Oberkärntens profitieren“, ist Samonigg-Mahrer überzeugt.

Die architektonische Lösung sieht die Errichtung eines fünfgeschossigen, neuen Gebäudeteils im Norden des Krankenhauses (Bauteil NORD) vor, das optisch an das Erscheinungsbild des bestehenden Gebäudes angepasst wird. Der Zubau wird auf allen Ebenen direkt an das bestehende Gebäude angebunden und sieht eine Neuorganisation einzelner Funktionsbereiche vor. Dadurch soll der in manchen Bereichen dringend benötigte Platz geschaffen und Arbeitsabläufe optimiert werden. Gleichzeitig sind diese baulichen Veränderungen die Grundlage für den Umbau der Ambulanz im Bauteil WEST, der je nach Baufortschritt für Herbst/Winter 2021 geplant ist. Ein wesentlicher Aspekt der baulichen Neugestaltung ist die organisatorische Trennung zwischen Stations- und tagesklinischem Betrieb. Im Erdgeschoss des Zubaus wird für die Tagesklinik ein Bereich mit eigenem Eingangs- und Wartebereich geschaffen.

Neugestaltet wird das gesamte vierte Obergeschoss, das in Zukunft als OP- und Aufwachbereich dient. „Neben den bestehenden vier Operationssälen wird ein fünfter Operationssaal errichtet. Das ermöglicht, einen der Operationssäle speziell für die tagesklinischen Leistungen vorzusehen“, so Samonigg-Mahrer.

Dialyse übersiedelt wegen steigender Ptientenfrequenz in den Zubau

Um den Standard der bestehenden Dialyse für die steigende Patientenfrequenz (+15 Prozent in den vergangen drei Jahren) zu verbessern, übersiedelt die Dialyse in das zweite Obergeschoss des Zubaus. Im Zuge der Übersiedlung werden zehn Behandlungs- sowie zwei Reserveplätze als auch ein Untersuchungsraum auf dem modernsten medizinischen Standard geschaffen. Der Zugang wird vom bestehenden Krankenhausbereich möglich sein, den Eingang für ambulante Patientinnen und Patienten wird sich die Dialyse mit dem neuen tagesklinischen Bereich teilen. In den freiwerdenden Flächen der Dialyse wird die Endoskopie untergebracht, die von ihrem derzeitigen Standort in der Ambulanz übersiedelt.

Mit der Umsetzung ist ein Generalplanerteam, unter der Leitung des oberösterreichischen Architekten Hinterwirth, beauftragt. Sie zeichnen sich, ebenso wie das gesamte Team, durch ihre umfangreiche Erfahrung in der Krankenhausplanung aus. Regionale Wertschöpfung spielt dabei ebenso eine Rolle: „Denn mit einem Standort im Bezirk Spittal kommt nicht nur das Know-how des Generalplaners, sondern auch die Fachexpertise aller anderen am Projekt beteiligten Partner aus der Region“, zeigt sich auch der Spittaler Bürgermeister Gerhard Pirih von den bevorstehenden Bautätigkeiten begeistert. „Das Krankenhaus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Jobmotor für die Stadt Spittal.“

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