Weltnichtrauchertag 2019: Fast ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung in Österreich raucht regelmäßig

Die Sozialversicherung leistet einen wichtigen Beitrag für ein längeres und rauchfreies Lebe

Experten: „Rauchen bringt 50 Prozent der Benutzer um“ Für Nierenkranke und Transplantierte ist rauchen absolut tabu cANÖ/Archiv/epi

Wien (OTS) – Seit 1987 findet der Weltnichtrauchertag jährlich am 31. Mai statt. Ins Leben gerufen wurde er von der Weltgesundheitsorganisation. Der diesjährige Weltnichtrauchertag steht unter dem Schwerpunkt „Tabakkonsum und Lungengesundheit“. Ziel ist insbesonders auf die Gefahren des Rauchens für die Lungengesundheit, sowie insgesamt auf die wichtige Rolle einer gesunden Lungenfunktion und das Wohlbefinden aller Menschen aufmerksam zu machen.

Rauchen stellt heute das bedeutendste Gesundheitsrisiko für Atemwegs-, Herz-Kreislauf-, sowie Krebserkrankungen dar und ist die wichtigste vermeidbare Ursache von vorzeitigem Tod. Laut den Berechnungen des Instituts für Höhere Studien (IHS) sind jährlich rund 12.840 Todesfälle ursächlich auf das Rauchen zurückzuführen oder einer/einem Toten alle 41 Minuten. Etwa 230 dieser Todesfälle sind dabei auf Passivrauchen zurückzuführen. Gegenüber Personen, die niemals täglich aktiv oder regelmäßig passiv rauchten, reduziert sich die Lebenserwartung von männlichen bzw. weiblichen AktivraucherInnen im Schnitt um 7,5 bzw. 6,3 Jahre, jene von regelmäßigen PassivraucherInnen um rund 7 Monate. Die medizinischen Kosten des Rauchens belaufen sich nach dem Lebenszyklusmodell des IHS auf jährlich 630,5 Mio. Euro. „Maßnahmen der RaucherInnenentwöhnung und zum NichtraucherInnenschutz sind deshalb wichtiger Bestandteil einer nationalen Gesundheitspolitik“, so der Vorsitzende des Verbandsvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Alexander Biach. Internationale Erfahrungen zeigen, dass nur gemeinsame und abgestimmte Maßnahmen nachhaltig ein rauchfreies Leben fördern können. Österreich ist jedoch in der Umsetzung von wirksamen Maßnahmen der Tabakprävention im europäischen Vergleich weit abgeschlagen.

Wie die OECD in ihrem Ländervergleich feststellt, raucht fast ein Viertel (24%) der erwachsenen Bevölkerung Österreichs regelmäßig. Ein Wert, der über dem EU-Durchschnitt von 21% liegt. Im Gegensatz zu vielen anderen EU-Mitgliedstaaten, wo sich die Raucherquote seit 2000 deutlich reduziert hat, ist der Anteil der täglichen Raucher in Österreich auf dem gleichen Niveau wie 1997. Biach: „Hier besteht also gesundheitspolitisch großer Handlungsbedarf, die Menschen auf dem Weg zum Nichtrauchen zu unterstützen sowie Maßnahmen zu setzen, den Einstieg ins Rauchen überhaupt zu verhindern“.

Um diesem Ziel nachzukommen hat die WHO ein Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakrauchens formuliert, das auch von Österreich ratifiziert wurde. Es umfasst Maßnahmen wie die Erhöhung der Tabaksteuer, Rauchverbote, die Sensibilisierung durch Massenmedien, die Umsetzung von Verboten für alle Formen der Verkaufsförderung, sowie die Unterstützung bei der Raucherentwöhnung. Beim letzten genannten Punkt nimmt die Sozialversicherung in Österreich eine besondere Rolle ein. Sie haben es sich durch vielfältige Programme zur Aufgabe gemacht, RaucherInnen beim Rauchfrei werden zu unterstützen. Das Angebot beinhaltet neben einer kostenfreien telefonischen Beratung bzw. einer Unterstützung mittels kostenfreier App durch das Rauchfrei Telefon (0800-810 013) auch Angebote zur Einzel- und Gruppenberatung sowie Behandlungen zur Tabakentwöhnung in ganz Österreich. Einen Großteil der Kosten übernimmt die Sozialversicherung. Informationen zu den Angeboten, sind auf www.rauchfrei.at zu finden.

Die Sozialversicherung übernimmt mit Beratungs- und Entwöhnungsangeboten Verantwortung für das Thema. Anlässlich des Weltnichtrauchertages 2019 betont Biach: “Beratungs- und Entwöhnungsangebote können jedoch nur ein Element einer abgestimmten und gemeinsamen Anti-Tabakstrategie sein. Die Umsetzung eines umfassenden NichtraucherInnenschutzes, sowie intensive Aufklärungs- und Informationskampagnen sind weitere wichtige Schritte“.

„Laut Artikel 5 des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauches soll eine umfassende sektorübergreifende nationale Anti-Tabak-Strategie für Österreich entwickelt werden. Die Sozialversicherung versucht seit Jahren mit bisher teilweisen Erfolgen maßgebliche Entscheidungsträger auf die Wichtigkeit des Themas hinzuweisen „Nur durch eine gemeinsame, alle Politik- und Gesellschaftsbereiche umfassende Kraftanstrengung können wir dem Problem des Tabakkonsums und den daraus resultierenden Folgen für die Menschen und das Gesundheitswesen Einhalt gebieten“, so Dr. Biach abschließend.

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