Oberösterreichische Spitäler in Holding organisiert

Landeskrankenhäuser und Anteile am Kepler-Uniklinikum werden unter einer Holding zusammengeführt – Leitung soll demnächst ausgeschrieben werden

Für Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) ist die Holding „ein sehr großer Wurf“, wie er in einer Pressekonferenz am Mittwoch sagte. Die Politik verspricht sich 7,5 Millionen Euro jährlich an Einsparungen ©Land OÖ

(ANÖ/APA/OTS/ES). Linz – Oberösterreich ordnet sein Spitalswesen neu. Die Landeskrankenhäuser und die Anteile am Kepler-Uniklinikum (KUK) werden unter einer Holding zusammengeführt. Die Politik verspricht sich davon jährliche Einsparungen von 7,5 Millionen Euro ab 2025 im nichtmedizinischen Bereich. Die Geschäftsführung der Holding wird demnächst ausgeschrieben, dafür soll noch heuer die Gehaltsgrenze für Landesmanager fallen.

Mit der Errichtung einer Medizinfakultät wurde in Linz 2015 das KUK gegründet, in das die Oberösterreichische Gesundheits- und Spitals-AG (gespag) die Frauen- und Kinderklinik sowie die ehemalige Landesnervenklinik Wagner-Jauregg eingebracht hat, die Stadt Linz das AKH. Das Land hält am KUK 74,9, die Stadt 25,1 Prozent. Die Zusammenführung der einzelnen Kulturen war ein – durchaus von Störgeräuschen begleiteter – Kraftakt, dennoch will man nun gleich den nächsten Schritt wagen.

Einsparungen erhofft

Die Landesanteile am KUK wandern demnach von der Beteiligungsholding des Landes in die aus der gespag hervorgegangene oberösterreichische Gesundheitsholding. Neben der Uniklinik werden ihr auch die sechs Landesspitäler an acht Standorten und diverse Beteiligungen in unterschiedlichem Umfang – beispielsweise an den Landespflege- und Betreuungszentren, der FH Gesundheitsberufe GmbH und der Kinderreha Rohrbach-Berg – unterstellt.

Für Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) ist die Holding „ein sehr großer Wurf“, wie er in einer Pressekonferenz am Mittwoch sagte. Die Politik verspricht sich 7,5 Millionen Euro jährlich an Einsparungen, u.a. durch gemeinsame IT, Beschaffung oder Preisverhandlungen. Für die 14.500 Mitarbeiter werde sich nichts ändern, so Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP), „die brauchen wir“. Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) sieht den Schritt positiv. „Mich braucht man nicht von den Vorteilen einer Holding-Konstruktion überzeugen“, so der Stadtchef, unter dem zuletzt auch die Unternehmensgruppe Linz neu aufgestellt wurde.

Die dreiköpfige Geschäftsführung der Holding, soll nun ausgeschrieben werden. Man starte am Samstag, kündigte Haberlander an, die Umsetzung der rechtlichen und organisatorischen Struktur soll bis Anfang 2020 erfolgen. Für Diskussionen dürfte noch das Gehalt des künftigen Holding-Chefs sorgen. Um hier jemanden von internationalem Rang zu bekommen, will die Landesregierung die Gehaltsgrenze für Landesmanager aufheben, was die Opposition scharf kritisiert.

Derzeit liegt die Grenze beim Landeshauptmann-Salär, also 239.000 Euro brutto jährlich. Kolportiert wird, dass der frühere Chef der Linzer Krankenhauses der Elisabethinen und derzeitige Geschäftsführer der Malteser Deutschland, Franz Harnoncourt, für diesen Posten nach Linz zurückkehren könnte. Stelzer verwies aber darauf, dass die Stelle nun erst einmal – ohne Nennung eines Gehalts – ausgeschrieben werde und man mit dem Besten dann Gehaltsverhandlungen führen werde.

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