Obamacare: Republikaner melden Zweifel an

Donald Trumps gesundheitspolitische Konzept soll Obamacare ablösen – es ist aber zu wenig ausgegoren, fürchten sogar republikanische Abgeordnete

Demnach sind Senatoren und Abgeordnete zutiefst besorgt, dass die Zeit nicht ausreichen könnte, ein funktionierendes Modell auf die Beine zu stellen, das "Obamacare" direkt nach dessen Aufhebung ersetzt

Demnach sind Senatoren und Abgeordnete zutiefst besorgt, dass die Zeit nicht ausreichen könnte, ein funktionierendes Modell auf die Beine zu stellen, das „Obamacare“ direkt nach dessen Aufhebung ersetzt ©Democ/por.

(ANÖ/APA). US-Präsident Donald Trump hatte es eilig, mit einem Dekret die Aufhebung der Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama einzuleiten. Aber während führende Republikaner ihm in der Öffentlichkeit Beifall spenden, herrscht bei vielen Parteikollegen im Kongress offenbar geradezu Panik, dass das Tempo, mit dem Trump auch hier vorgeht, zu einem Desaster führt. Das geht nach Angaben der „Washington Post“ und „New York Times“ aus Aufzeichnungen aus einer Sitzung hinter geschlossenen Türen hervor, die ihnen von einer anonymen Quelle zugespielt wurden. Demnach sind Senatoren und Abgeordnete zutiefst besorgt, dass die Zeit nicht ausreichen könnte, ein funktionierendes Modell auf die Beine zu stellen, das „Obamacare“ direkt nach dessen Aufhebung ersetzt – und all den Versprechungen gerecht wird, die Trump und die Partei den Amerikanern gemacht haben.

Konzept müsste folgen

Die Aufzeichnungen machen den Berichten zufolge klar, dass die Republikaner bisher weit von einem schlüssigen Konzept entfernt sind, das etwa gewährleistet, dass die unter „Obamacare“ versicherten Millionen Amerikaner nicht plötzlich ohne jeden Schutz dastehen. „Wir stellen besser sicher, dass wir vorbereitet sind“, wird beispielsweise der Abgeordnete Tom McClintock zitiert. „Das hier wird Trumpcare genannt werden. Es wird voll und ganz mit den Republikanern in Verbindung gebracht werden, und man wird uns bei der nächsten (Kongress-)Wahl in weniger als zwei Jahren danach beurteilen.“ Senator Lamar Alexander sagte: „Unser Ziel sollte keine schnelle Lösung sein. Wir wollen eine Langzeit-Lösung, die Kosten senkt.

Wissen: Patient Protection and Affordable Care Act „PPACA“ („Obama Care“) 

Der Grundgedanke dieser Reform ist es, jedem US-Bürger Zugang zu guter, bezahlbarer medizinischer Versorgung zu gewährleisten. Bisher sind in den USA etwa 60 Millionen Bürger nicht krankenversichert. Mit Obama Care sollten 95 Prozent der 310 Millionen Amerikaner abgesichert werden. Der Hauptteil dieses Gesetzes, das eigentlich „Patient Protection and Affordable Care Act“ (PPACA) heißt, aber der Einfachheit halber nach dem Initiator Barack Obama benannt wird, trat am 1. Oktober 2013 in Kraft.

Damit ist jeder Amerikaner nun verpflichtet eine Krankenversicherung abzuschließen, was speziell auf den großen Personenkreis zutrifft, der bisher keine Versicherung hatte. Sei es weil freiwillig darauf verzichtet wurde, oder weil man wegen zu geringem Einkommen nicht in der Lage ist die Beiträge für eine Krankenversicherung zu bezahlen. Die Idee dahinter ist, dass sich jeder Bürger Amerikas eine Krankenversicherung leisten kann, wenn alle gezwungen werden daran teilzunehmen. Wer sich weigert eine Krankenversicherung abzuschließen, muss eine Strafgebühr bezahlen. Im Jahr 2015 stieg die Strafgebühr auf $ 325 pro Person, oder zwei Prozent des Haushaltseinkommens, je nachdem, welcher der höhere Betrag ist. Im allgemeinen gilt diese Gebühr für Menschen, die sich die Krankenversicherung leisten können, aber es trotzdem nicht tun.

 

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