Fresenius weitet Produktion von Artikeln zur Blutwäsche aus

300 000 Patienten in 45 Ländern betreut Fresenius Medical Care. Die Nachfrage nach Artikeln zur Nierenwäsche aus dem St. Wendeler Werk nimmt weiter zu. Moderne Behandlungsmöglichkeiten ermöglichen Betroffenen sogar weite Reisen.

Dialysekreuzfahrt

Selbst eine mehrwöchige Kreuzfahrt bleibt für Nierenpatienten kein unerfüllbarer Wunsch mehr. @DÄB

(ANÖ/SOL).  Zahlreiche Reedereien bieten inzwischen auf ihren Luxusschiffen mobile Krankenstationen an, auf denen man sich auch einer Nierenwäsche unterziehen kann, berichtet Stefan Hornetz, kaufmännischer Leiter des Fresenius-Medical-Care-Standortes in St. Wendel . Das Werk mit seinen inzwischen über 1800 Mitarbeitern, davon 1600 in der Produktion, setzt auf neue Technologien und Produkte für Menschen mit Nierenerkrankungen.

Weltweit müssen sich inzwischen fast drei Millionen Betroffene regelmäßig einer Dialyse stellen. „Tendenz steigend“, sagt Hornetz. Fresenius Medical Care (FMC) hat sowohl bei Dialysatoren als auch bei Dialysegeräten einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Dialysatoren sind das Kernstück der Dialyse . Mit deren Hilfe werden sowohl die im Blut befindlichen Schadstoffe , als auch das überschüssige Wasser aus dem Blutkreislauf entfernt. Dialysegeräte sind Maschinen, die die Steuerung des Reinigungsprozesses übernehmen. In eigenen Zentren betreut das Unternehmen rund 300 000 Patienten in 45 Ländern. In St. Wendel wurden in den vergangenen drei Jahren rund 115 Millionen Euro investiert, um die Fertigung auszubauen und gleichzeitig weitere Produktionslinien zu automatisieren. „Auch künftig sind jährlich deutlich zweistellige Millionenbeträge an Investitionen geplant“, sagt Hornetz. „Es gibt bereits Pläne und Konzepte, nochmals die Produktionskapazität zu erweitern für die Herstellung neuer Dialyse- und Beutelsysteme.“

In eigenen Zentren betreut das Unternehmen rund 300 000 Patienten in 45 Ländern.

In eigenen Zentren betreut das Unternehmen rund 300 000 Patienten in 45 Ländern.

Gleichzeitig werde die Belegschaft weiter qualifiziert. Denn die Automatisierung von Produktionslinien bedeute keinen Personalabbau, sondern die Übernahme anderer Tätigkeiten wie etwa die Steuerung und Überwachung hoch komplexer Anlagen, sagt Hornetz. Auch die Qualitätskontrolle der hochsensiblen Produkte bleibe in der Hand der Mitarbeiter. Alleine 2015 produzierte Fresenius Medical Care in St. Wendel 45 Millionen Dialysefilter sowie 28 Millionen Beutelsysteme und hat über 46 000 Dialysegeräte verkauft, die im Schweinfurter Werk produziert wurden. Nierenpatienten kann man auf zwei Arten behandeln: mit der stationären Nierenwäsche oder einem ambulanten Verfahren zu Hause.

Das mit 88 Prozent häufigste Verfahren bleibt die Hämodialyse, bei der das Blut des Patienten außerhalb des Körpers in einem Dialysator gefiltert und Schadstoffe entzogen werden. Während der Behandlung wird der Blutkreislauf von einem Dialysegerät überwacht und gesteuert. Der Patient sucht in der Regel dreimal wöchentlich für vier Stunden eine Klinik auf. Bei der zweiten Methode, der Peritonealdialyse, behandelt sich der Patient zu Hause oder am Arbeitsplatz selbst. Dabei lässt er drei bis fünfmal pro Tag eine Dialyselösung aus einem Beutel über einen Katheter in seine Bauchhöhle einlaufen. Auch hierfür bietet Fresenius Medical Care Systeme an. Nach mehreren Stunden wird die Dialyselösung in einem leeren Beutel abgelassen und durch eine frische Lösung ersetzt. Viele führen diese Behandlungsmethode auch über Nacht durch, sagt Hornetz.

Zur Entwicklung neuer Technologien brauche man qualifizierte Nachwuchskräfte. Die seien am Standort Saarland gut zu finden. Hornetz verweist auf Kooperationen mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken. Zudem habe man in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland den Lehrgang Industriefachkraft für Produktion und Materiallogistik entwickelt. Hornetz appelliert an Frauen, sich mehr für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu öffnen. Fresenius Medical Care biete viele Chancen. So arbeiten im Unternehmen 150 Ingenieure in verschiedensten Fachrichtungen: vom Maschinenbau bis zur Mechatronik.

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