Studie: Jedes dritte neue Medikament bringt nichts

Laut einer deutschen Kosten-Nutzen-Analyse bringt ein Drittel der neuen Arzneimittel keinen Zusatznutzen zu etablierten Produkten.

44 der 129 untersuchten Arzneien habe nur für einen Teil der Patienten einen Vorteil gebracht - und nur 44 für alle Patienten einen klar nachweisbaren zusätzlichen Nutzen.

44 der 129 untersuchten Arzneien habe nur für einen Teil der Patienten einen Vorteil gebracht – und nur 44 für alle Patienten einen klar nachweisbaren zusätzlichen Nutzen.

(ANÖ/APA). Eine Kosten-Nutzen-Analyse der deutschen gesetzlichen Krankenkassen stellt der Pharmabranche kein gutes Zeugnis aus. Laut der Studie, die den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ vorliegt, bringt jedes dritte neue Medikament keinen Zusatznutzen zu etablierten Produkten. Unter den untersuchten Mitteln waren Medikamente für die Behandlung von Krebserkrankungen, Infektionserkrankungen und Stoffwechselkrankheiten. 44 der 129 untersuchten Arzneien habe nur für einen Teil der Patienten einen Vorteil gebracht – und nur 44 für alle Patienten einen klar nachweisbaren zusätzlichen Nutzen.

„Zahlen leider manchmal Mondpreise“

„Wir zahlen leider manchmal Mondpreise – und das nicht nur bei Krebsmitteln, bei denen sich die Preise nicht immer am Nutzen und Innovationsgrad der Medikamente orientieren“, erklärte etwa Andreas Storm, Chef der Krankenkasse DAK-Gesundheit, der „Süddeutschen Zeitung“. Die Krankenkassen handeln seit einer Reform im Jahr 2011 die Kosten mit den Herstellern aus, aber nur für Medikamente, die mehr bringen als Präparate, die bereits auf dem Markt sind. Bei keinem zusätzlichen Nutzen, bleibt es bei einem niedrigeren Festbetrag. Daher wird jedes Medikament analysiert.
„Spreu vom Weizen trennen“

Dem Bericht zufolge summieren sich die Einsparungen durch die Kosten-Nutzen-Analyse auf rund 2,5 Milliarden Euro – eigentlich erwartete man sich zwei Milliarden Euro jährlich. Dennoch seien die Preisverhandlungen hilfreich, um „die Spreu vom Weizen zu trennen“, sagte der Vizechef des Spitzenverbands der Krankenkassen, Johann-Magnus von Stackelberg, den Funke-Zeitungen.

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