Magnetresonanz kann Biopsien ersetzen

Mit einer neuen Untersuchungsmethode lassen sich Aussagen über die Natur eines Adenoms in der Leber treffen, ohne Proben entnehmen zu müssen.

(ES/DP). Um die Gutartigkeit oder Neigung zur Bösartigkeit eines Adenoms in der Leber festzustellen, musste bisher Gewebe aus dem Körper entnommen und histologisch untersucht werden. Eine neue bildgebende Methode an der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der MedUni Wien im AKH, kann mit einem MR-leberspezifischen Kontrastmittel diese Geschwulste eindeutig klassifizieren.

Adenome in der Leber sind relativ selten. So gibt es drei Subtypen (gutartig, entzündlich und karzinogen) sowie eine vierte unklassifizierbare Untergruppe mit unterschiedlichen klinischen Verlaufsformen, hieß es am Dienstag in einer Aussendung der MedUni Wien. Welcher Gruppe ein solches Adenom angehört, könne nun mit einer neuen Methode via MR-Untersuchung dargestellt werden.

Verteilungsmuster auf der Tumor-Oberfläche

Das leberspezifische Kontrastmittel Gadoxetatsäure Dinatrium zielt auf die Galletransporter OATP (Organic Anion-Transporting Polypeptide) und MRP (Multidrug Resistance-Related Protein) bei den Adenom- und normalen Leberzellen an. Diese nehmen das Mittel auf bzw. scheiden es wieder aus. Die unterschiedlichen Verteilungsmuster auf der Oberfläche des Tumors lassen dann auf den MR-Aufnahmen im Verhältnis zu den normalen Leberzellen eine Aussage über dessen Klassifizierung zu.

„Mit dieser neuen Untersuchungsmethode lassen sich Aussagen über die Natur eines Adenoms treffen, ohne invasiv Proben entnehmen zu müssen“, erklärte Ahmed Ba-Ssalamah von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der MedUni Wien am AKH Wien (Leitung: Christian Herold) „dies ist schonender für die Patienten. Zudem öffnet diese Methode der Forschung eine neue Türe, die Adenom-Biologie und andere Lebertumore besser zu verstehen“. Die entsprechende Studie in der Fachzeitschrift „Radiology“ reschienen.