Bayern: Zahl der transplantierten Organe ist in Bayern drastisch zurückgegangen

In Bayern ist die Zahl der transplantierten Organe drastisch zurückgegangen.

(ES/WB). Wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Donnerstag, 13. März, in München berichtet, erhielten vergangenes Jahr nur noch 502 Menschen im Freistaat Organe von Verstorbenen – 159 weniger als 2012. Das ist ein Rückgang um rund ein Viertel und bedeutet den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Dennoch verkürzte sich die Warteliste. Aktuell warten in Bayern 1.610 Menschen dringend auf ein Spenderorgan -– 49 weniger als ein Jahr zuvor. Neben den postmortalen Spenden erhielten noch 122 Bayern Organe von Lebendspendern. Das ist einer weniger als im Vorjahr.

„Das zeigt, dass wir alles dafür tun müssen, um wieder das Vertrauen in den Ablauf der Organspende zurück zu gewinnen“, sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. „Die Strukturen müssen so sein, dass jegliche Manipulation ausgeschlossen ist.“ Außerdem sei es wichtig, die Menschen regelmäßig und transparent zu informieren.

Laut Gesetz muss jede Krankenkasse allen Versicherten, die älter als 16 sind, mindestens einmal in zwei Jahren Informationsmaterial über die Organspende zukommen lassen. Die TK hat darüber hinaus gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein umfangreiches Unterrichtspaket „Organspende macht Schule“ entwickelt. Lehrkräfte können das kostenlos bei der BZgA abfordern und erhalten neben Fachinfos auch methodische Vorschläge, wie das Thema in den Unterricht integriert werden kann.

Bundesweit erhielten vergangenes Jahr 3.584 Menschen Organe von verstorbenen Spendern. Das waren 458 weniger als im Vorjahr. Hinzu kamen noch 811 Lebendspenden, 40 weniger als 2012. Die Zahl der Menschen auf der Warteliste sank im gesamten Bundesgebiet ebenfalls in diesem Zeitraum um 450 auf jetzt 10.789.

Hintergrundinformationen

Die TK bezieht sich auf aktuelle Zahlen von Eurotransplant. (www.eurotransplant.nl). Eurotransplant vermittelt und koordiniert den internationalen Austausch von Spenderorganen in einem Einzugsgebiet, in dem rund 125 Millionen Menschen leben. Das Gebiet umfasst Belgien, Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Slowenien, Österreich und Kroatien. Die Menschen in Bayern profitieren sehr von diesem Verbund. Seit 2009 werden jährlich mehr Organe im Freistaat transplantiert als gespendet.