Nierentransplantation (NTX)

Nierentransplantation (NTX)

Die Nierentransplantation (NTX) ist in der Regel das beste Nierenersatzverfahren

Die Nierentransplantation (NTX) ist in der Regel das beste Nierenersatzverfahren

Kommt es zu Nierenversagen, kann eine Nierentransplantation durchgeführt werden. Dabei ist auch eine Lebendspende möglich.

Indikationen

Durchgeführt wird eine Nierentransplantation in den meisten Fällen bei chronischem Nierenversagen (Niereninsuffizienz). Zu Nierenversagen kann es durch unterschiedliche Krankheiten kommen. Dazu gehören die Diabetische Nephropathie, Bluthochdruck oder eine Nierenentzündung. Durch eine Nierentransplantation lässt sich dem Patienten eine lebenslange Dialyse (Blutwäsche) ersparen.

Durchführung

Im Unterschied zu anderen Organtransplantationen setzt man die Spendernieren nicht an die Stelle der ursprünglichen Nieren, sondern transplantiert sie innerhalb des Beckenbereichs. Zu diesem Zweck näht der Operateur in der Regel die Blutgefäße der neuen Niere an die Beckengefäße an.

Den Transplantatharnleiter verbindet man unmittelbar mit der Harnblase. Die alten Nieren können auf diese Weise im Körper bleiben, wenn nicht besondere Gründe ihre Entfernung erforderlich machen. Die neue Niere beginnt meist schon während des Eingriffs ihre Aufgaben wahrzunehmen. Manchmal müssen allerdings nach der Transplantation noch einige Dialysen durchgeführt werden. Mögliche Komplikationen bei der Nierentransplantation können Blutungen, Infektionen, eine Verengung des Transplantatharnleiters, das Entstehen einer Lymphozele oder Narbenbrüche sein.

Nach der Transplantation

Wie bei allen anderen Organtransplantationen besteht auch bei einer Nierenverpflanzung das Risiko, dass die neue Niere abgestoßen wird. Diese Gefahr ist sogar dann gegeben, wenn das Organ von einem geeigneten Lebendspender stammt. Aus diesen Gründen wird nach dem Eingriff eine immunsuppressive Behandlung durchgeführt.

Prognose

Die Prognosen bei einer Nierentransplantation sind sehr günstig. So funktionieren nach fünf Jahren noch rund 70 Prozent aller transplantierten Nieren. Bei Nieren von Lebendspendern liegt die Rate sogar bei 84 Prozent.

Nierenlebendspende

Für eine Nierenlebendspende kommen gesunde Personen in Frage, die in einer engen verwandtschaftlichen und/oder emotionalen Beziehung zum Empfänger stehen. Die Spende muss freiwillig sein. Der Spender muss in einem guten Gesundheitszustand sein. Dies sollte durch eingehende medizinische Untersuchungen gesichert sein. Er muss zwei normal funktionierende Nieren haben.

Die sogenannte Kreuzprobe (Crossmatch) muss negativ sein, d.h. das Serum (= Blutflüssigkeit) des Empfängers darf nicht mit den Lymphozyten (= weiße Blutkörperchen) des Spenders in einem speziellen Labortest reagieren. In diesem Test stehen die Lymphozyten des Spenders stellvertretend für die zu spendende Niere. In aller Regel kann der Spender nach der Entfernung einer Niere sein Leben ganz normal weiterführen. Die verbliebene Niere übernimmt weitgehend die Funktion der entfernten Niere.

Die Entfernung der Spenderniere hat wie jede Operation gewisse Risiken:

Frühkomplikationen wie Wundinfekte, Blutungen, Thrombosen, Lungenembolien und Lungenentzündungen können auftreten. Schwerwiegende Komplikationen treten in seltenen Fällen auf. Die Entfernung einer Niere kann auf lange Sicht zu folgenden Komplikationen führen:

In seltenen Fällen können wie bei jeder Operation im Bauchraum Narbenprobleme oder ein Narbenbruch auftreten. Es wird diskutiert, dass eine Nierenspende das Risiko für Bluthochdruck erhöhen könnte. In Einzelfällen kann es zu einer gering vermehrten Eiweißausscheidung über die verbliebene Niere kommen. Eine erhöhte Rate an Nierenerkrankungen ist nach den derzeitigen Erkenntnissen jedoch nicht damit verbunden. Im extrem seltenen Fall einer schweren Erkrankung der verbliebenen Niere (Tumor, schwere Verletzung) kann möglicherweise beim Spender die Dialysenotwendigkeit eintreten.

Der Empfänger muss auf der Warteliste eines Transplantationszentrums aufgenommen und bei der Vermittlungsstelle als transplantabel gemeldet sein. Sein Gesundheitszustand muss eine Transplantation mit guten Aussichten für eine lange Funktionsfähigkeit des Transplantats zulassen.