Vertrag für Gesundheitszentren könnte noch vor dem Sommer stehen

Ärzte und Sozialversicherungen wollen sich sobald für Möglich auf Regelung für Primärversorgung einigen

(ANÖ/APA). Wien – Ärztekammer und Hauptverband der Sozialversicherungsträger wollen möglichst bald einen Gesamtvertrag für die medizinischen Primärversorgungseinheiten (PVE) zustande bringen. Darauf hat man sich in einer ersten Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche verständigt.

Im PHC-Gesetz ist festgelegt, dass bis Jahresende ein Gesamtvertrag zustande kommen soll, andernfalls könnten die Primärversorgungseinheiten auch auf Basis von Einzelverträgen arbeiten. Der stellvertretende Hauptverbands-Generaldirektor Bernhard Wurzer nannte im Gespräch mit der APA als Ziel, noch vor dem Sommer den Gesamtvertrag zustande zu bringen. Darin sollten die Grundzüge der Honorierung festgelegt sein. Die Details könnten dann noch in der zweiten Jahreshälfte von den Trägern auf Landesebene in Einzelverträgen geregelt werden. Auch Kammeramtsdirektor Johannes Zahrl stimmte für die Ärzte zu, dass man möglichst schnell zu einem Gesamtvertrag kommen wolle.

Kein Änderungsbedarf für Gesetz

Zu der im Regierungsprogramm angekündigten Novelle des PHC-Gesetz mit einer Flexibilisierung für die Ärzte stellten sowohl Zahrl als auch Wurzer einen Vorrang für den Gesamtvertrag außer Streit. Wurzer meinte, was auf Vertragsebene geregelt werde, müsse nicht ins Gesetz geschrieben werden. Ziel sei es, dass man gar keinen Änderungsbedarf für das Gesetz mehr habe. Und wenn es doch noch einen geben sollte, dann sollten Hauptverband und Ärztekammer gemeinsam einen Vorschlag dafür vorlegen. Auch Zahrl betonte, dass der Vertrag Vorrang vor dem Gesetz habe.

In der ersten Verhandlungsrunde habe man die großen Themen festgelegt, die man nun der Reihe nach abarbeiten wolle, berichteten beide Seiten. Da gehe es etwa um die Honorargestaltung und was dabei auf Bundes- und was auf Länderebene geregelt werden soll. Als weitere Themen wurden etwa die Anstellung von Ärzten bei Ärzten oder die Planung der PHC abgesteckt.

Das Verhandlungsklima wurde von beiden Seiten als „exzellent“ beschrieben. Dies ist durchaus bemerkenswert, weil sich Hauptverband und Ärztekammer in der Vergangenheit des öfteren Unfreundlichkeiten ausgerichtet hatten.

75 Zentren geplant

In den 75 bis 2021 geplanten Primärversorgungseinheiten sollen Allgemeinmediziner mit anderen Ärzten und Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe zusammenarbeiten. Sie können in Form einer Gruppenpraxis, eines selbstständigen Ambulatoriums oder im Rahmen eines Netzwerks betrieben werden. Je nach Bedarf sollen auch Kinderärzte, Hebammen, Psychologen, Therapeuten etc. eingebunden werden. Mit dem Gesamtvertrag wird Neuland betreten, weil erstmals der Hauptverband für ganz Österreich den Vertrag verhandelt.

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