Ärztekammer gegen Bürokratieschikanen zulasten von Patienten

Konkrete Maßnahmen gefordert – Kampagne ist „Provokation gegen Ignoranz“

Wien (OTS) – „Wir bedauern, dass sich viele Menschen durch die Plakate mit einer krebskranken Patientin verletzt fühlen. Dies war und ist nicht unsere Absicht, aber hoffentlich ist dies eine Möglichkeit, die verantwortlichen Krankenversicherungen, die sich jetzt empören, zu konkreten Handlungen für ihre Patienten zu bewegen“, betont der Präsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres.

Im Besonderen kritisiert Szekeres die Bürokratie in der onkologischen Versorgung: „Statt Empörung über unsere Kampagne verlangen wir konkrete Maßnahmen gegen die bürokratischen Schikanen gegenüber Patienten und Ärztinnen und Ärzte.“ Dies beinhaltet, „als erste Schritte für die Patienten“, – die die Abschaffung der Bewilligungspflicht für Computer- und Magnetresonanztomografien, – die Abschaffung der Chefarztbewilligung für Krebs- und Schmerzmedikamente, – die Genehmigung von Astronautennahrung für Krebspatienten sowie – Kassenverträge für Onkologen, Nuklearmediziner und Strahlentherapeuten.

„Statt sich zu empören, gilt es vielmehr abzuwarten, ob die soziale Krankenversicherung wirklich etwas für Krebspatienten bewegen will“, betont auch der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart. Es sei gespannt, ob die Krankenkassen nun bereit seien, bürokratische Schikanen am Rücken onkologischer Patienten endlich aufzuheben.

Ähnlich argumentiert auch Szekeres: „Seit Jahren protestieren angestellte und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte gegen Bürokratie in Spitälern und Ordinationen, aber statt etwas im positiven Sinn zu ändern, gibt es immer mehr Bürokratie.“ Ärztinnen und Ärzte hätten einfach nicht die notwendige Zeit, um ihren Patienten die so wichtige Zuwendung zu geben, da sie mit patientenfernen administrativen Tätigkeiten beschäftigt würden. Sowohl Steinhart als auch Szekeres hoffen nun auf ein Umdenken der sozialen Krankenversicherung, denn: „Es geht um die Patientinnen und Patienten, die rasche Hilfe benötigen.“

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